Onlineseminar: Sport und Kartellrecht

Informationen:

Seminarnummer:
33112
Referent(en):
Mark-E. Orth
Ort/Anschrift:
Onlineseminar
Kategorien:
Seminar für Rechtsanwälte, Onlineseminare
Geeignet für Fachanwalt:
Sportrecht
Gewerblicher Rechtsschutz
Termine:
20.06.2022 09:00 Uhr  – 14:40 Uhr
Preis:
90,00 €

Beschreibung

Referent:
Mark-E. Orth, Rechtsanwalt und Lehrbeauftragter der deutschen Sporthochschule Köln und HTW Chur

Seminarinformation:
Wieso muss der Bundesligafernsehzuschauer zwei Abos kaufen und wieso darf Lidl mit Buletten zu Olympia anfeuern

Der Anwendungsbereich für das Kartellrecht ist in der Sportbranche sehr weitgespannt. Die Sportorganisation ist in Europa nach dem Ein-Verbands-Prinzip monopolistisch strukturiert. Damit ist beinahe jeder Sportfachverband automatisch Adressat des kartellrechtlichen Missbrauchsverbot. Athleten, die sich durch einzelne Regeln des Sportverbandes in ihrer wirtschaftlichen Freiheit beeinträchtigt sehen, haben damit über das kartellrechtliche Missbrauchsverbot einen guten Hebel, um einzelne Regeln anzugreifen, seien es Dopingstrafen wie etwa im Fall Meca Medina vor dem EuGH oder Werbeverbote zu Zeiten der olympischen Spiele wie unlängst vor dem Bundeskartellamt. Auch Teilnahmeverbote für Wettkämpfe außerhalb des organisierten Sports unterfallen dem Missbrauchsverbot. Kartellrechtlich indiziert war auch die Vorgabe, dass die Bundesligaspiele auf zwei unterschiedlichen Abokanälen zu sehen sein müssen. Vorgelagert zu diesem Problem geht es auch um die Frage, wie die sog. Fernsehrechte an Sportveranstaltungen zu konstruieren sind. Die Zuordnung dieser Rechte hat wiederum steuerliche Auswirkungen. Auch um die Möglichkeit der Gründung konkurrierender Ligen außerhalb eines organisierten Sportverbandes soll es gehen. Dabei steht nicht nur der Profifußball im Fokus, sondern etwa auch die Deutsche Ringerliga, eine erfolgreiche Ligengründung außerhalb des organisierten Sports. Darf der Metzger um die Ecke, der jahrzehntelang den Ringer seiner Stadt mit Fleischlieferungen unterstützt hat, auch bei olympischen Spielen diesem per facebook zur Goldmedaille gratulieren? Darf das vielleicht auch der Discounter auch wenn er in keiner vertraglichen Beziehung zu Athleten steht? Wie sieht es mit der Stadtsparkasse oder dem örtlichen Wasserwerk aus, dürfen die ihre örtliche Volleyballmannschaft sponsorn? Neben materiell rechtlichen Fragen wir der Dozent auch auf die verfahrensmäßige Durchsetzung dieser Rechte eingehen, wobei neben den Zivilgerichten auch die Kartellbehörden in den Fokus zu nehmen sind. Die Zuhörer sollen in die Lage versetzt werden, die kartellrechtlichen Vorgaben auf ihr jeweiliges sportrechtliches Problem anwenden zu können. Nicht selten ist das Kartellrecht die einzige Möglichkeit gegen die Verbandsmacht des Sports vorzugehen. Im verfahrensrechtlichen Teil wird auf die Unzulässigkeit von exklusiven Schiedsklauseln im Sport eingegangen, wie unlängst vom Bundeskartellamt festgestellt.

Geeignet für die Fachanwaltschaften Gewerblicher Rechtsschutz und Sportrecht

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